Als Bollwerk Deutschlands wurde Mainz militärisch hochgerüstet. Festungswälle und vorgelagerte Forts umgaben wie ein fester Gürtel die Stadt und schränkten deren Entwicklung ein. Dies änderte sich erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg, als Mainz in die zweite Reihe der Festungsstädte rückte und die Stadt sich endlich ausdehnen konnte. Die Stadt konnte wachsen, aber die Festung blieb. Denn ein neuer Krieg stand bereits vor der Tür.
Alte Festungswerke wurden verstärkt und mit der Selzstellung in Rheinhessen betrat 1908 ein neuer, moderner Festungsring das deutsche Kriegstheater. Bis Mitte des Ersten Weltkriegs baute das Militär auf einer Länge von 26 Kilometern mehr als 300 Festungswerke, Lagerplätze, Wasserwerke und Telegrafenstationen, die sich halbkreisförmig durch die rheinhessischen Ortschaften Ingelheim, Heidesheim, Wackernheim, Essenheim, Ober-Olm, Nieder-Olm, Zornheim, Ebersheim und Gau- Bischofsheim erstreckten. Die Versorgung des Anlagen und der übrigen Festungsanlagen verlief über neu erbaute Militärstraßen und den parallel dazu verlaufenden, rund 40 Kilometer langen Festungsbahnen.
In diesem Buch wird mit Geschichten, Karten und vielen Bildern dieser Teil der Mainzer und rheinhessischen Geschichte wieder lebendig gemacht. Es wird beschrieben und gezeigt, wie die Festung Mainz ausgesehen hat, wo die Festungsbahn in Rheinhessen gefahren ist, welche Bedeutung die Selzstellung für den Ersten Weltkrieg hatte und was mit der Festung nach dem Krieg passiert ist.
In jahrelanger Detailarbeit hat das Autorenteam in Archiven und vor Ort recherchiert. Bollwerk Mainz schließt eine wichtige Lücke in der Regionalliteratur Rheinhessens und der Festungsliteratur. Darüberhinaus ist das Buch mit seinen fast 300 Fotos, Karten und Plänen eine Quelle für jeden militärihistorisch Interessierten.
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